Zinnfiguren

v.Joachim Ringelnatz

 

Die Zinnfiguren sind
Verbindung zwischen Kunst und Kind.
Sie schildern alle Zeiten:
Da schreiten, stehn und reiten
Klein-märchenbunt aus jedem Land:
Indianer, Ritter, Sachsen,
Und was der Schöpfer sonst erfand.
Auch Bäume, schöngewachsen,
Auch Häuser, Schiffe, Eisenbahn,
Flugzeuge, Autos, Pelikan
Wie jedes andere Getier;
Kurz: Allerlei und Jederlei ist hier ---
Studiert nach Farbe, Form und Sinn ---
Schön ausgeprägt in Zinn.
Mitunter ist das Zinn aus Blei.
Sinnvoll, mit Liebe aufgestellt,
Zeigt das im Kleinen große Welt.
Wenn das uns Alten noch gefällt,
Will das für mich bedeuten:
Die Zinnfiguren sind
Verbindung zwischen Kunst und Kind
Und uns, den alten Leuten.

 

.......wie kommt ein Eisenbahner, der sich nur mit Technik etc. beschäftigt, zum Sammeln und Bemalen von Zinnfiguren ?

 

In den 80er Jahren wurde ich durch Freunde darauf aufmerksam. Wenn wir bei meinem Freund Andreas und seiner Frau in Freital im Bombastuswerk zu Besuch waren, zeigte er mir seine bemalten Figuren. Teils von seinem Vater übernommen, teils schon vom eigenen Bemalen. Mir gefiel das, außerdem war ich ja schon als Sammler geprägt....... s.Lineolfiguren, Briefmarken, Bierdeckel, Biergläser, Modelleisenbahn, Sammelbilderalben und was es so alles gab.....
Und genau hier beginnt meine persönliche Bekanntschaft, meine Freundschaft mit der flachen Zinnfigur,
Größe 30 mm.
Andreas nahm mich damals mit in den Zinnfigurenklub im Kulturbund der DDR. Meine ersten Figuren waren Indianer, blank und zum Bemalen vorgesehen. Dann folgten Tierfiguren, u.a. von Herrn Braune aus Meißen, sowie erste Militärfiguren  " Zinnsoldaten "   wie Husaren zum Auf-und Absitzen.
Hierbei bin ich dann zum Gruppensammler geworden. Ich brauchte viele Figuren für Massenszenen, für Tischaufstellungen oder für Dioramen, die ich später zu bauen begann, einfach und teilweise auch zuerst primitiv aus Zigarrenkisten. Untergebracht wurden die bemalten Zinnfiguren auf Steckpappen in festen Pappkästen. Aber es wurden immer mehr. Ich begann mich für die Befreiungskriege in Deutschland  1813  zu interessieren. Hinzu kam, diese Figuren gab es damals in der DDR. An manche, z.B. aus der BRD war kaum heranzukommen. Da konnte man nur über den Kulturbund Figuren beziehen. Und das war für mich als neuen Sammler nicht möglich. Nur der Vorsitzende sowie alte Sammler hatten die Möglichkeit. So griff ich zu, wenn zufällig Zinnfigurensammlungen aufgelöst wurden. Wenigstens so kam ich an bemalte seltenere Figuren heran.

 

.......heute hat die Anzahl der Figuren die 5000 überschritten.

 

.......heute werden sie aus Platzgründen zus. in Schubkästen von Werkzeugschränken untergebracht.

 

.......heute ist alles genauestens katalogisiert.

 

.......heute gibt es jede Menge Bücher, Zeitschriften u. Kataloge.

 

Letzteres ist für die eingehende Typenkunde, die Uniformkunde wichtig, auch für die Kenntnisse in der Geschichte. Genaueste Studien von Fauna und Flora sind unerläßlich. Unbedingt notwendig ist der Erwerb von Spezialliteratur und der Besuch von Museen und Ausstellungen, sowie der Austausch von Infos und Kenntnissen unter Sammlerfreunden.

Im Moment besitze ich  6  Dioramen, die in der Wohnung in den Schrankwänden untergebracht sind. Dazu offene Aufstellungen auf Grundplatten, die ebenfalls der Wohnungsgröße genügen.